Und ich legte ein weiteres Beet in der hinteren linken Gartenecke an (von der Terrasse aus gesehen, auf dem Winter-Übersichtsbild weiter oben sieht man es gut), um dort einen Strauch zu pflanzen.
In den ersten Jahren fand ich es unfassbar und echt traurig, wie wenig Vögel es bei uns gab. Ich kam aus der Hamburger Innenstadt und war mega irritiert, warum es hier mitten auf dem Land viel weniger Vögel gab als in der Millionenstadt. Eigentlich aber ja total logisch – unser Grundstück liegt mitten in einem großen Neubaugebiet. Um uns herum und ja auch bei uns im Garten gab (und gibt) es keine großen Bäume, keine dichten Sträucher und kaum Nahrung.
Als ich diese Erkenntnis hatte, wollte ich etwas ändern und einen großen beerentragenden Strauch bei uns pflanzen. Ich habe viel im Internet zu „Vogel – Sträuchern“ gelesen und hin und her überlegt. Da meine Tochter munter den Garten erkundete, sollte der Strauch keine Dornen haben und auch nicht (gefährlich) giftig sein (jaja, Kirschlorbeer … ich weiß … mittlerweile…).
Meine Wahl fiel auf einen schwarzen Holunder. Überall las ich, dass Holunder super schnellwüchsig und anspruchslos ist. Super, genau das, was ich wollte! Also pflanzte ich ihn strategisch günstig in die Ecke, wo die Straßenlaterne steht und unseren Garten nachts taghell erleuchtet. Auch die Erkenntnis hatte ich damals schon, dass das irgendwie nicht so richtig toll sein kann für all die nachtaktiven Tiere. Also wollte ich gleich zwei ökologische Probleme damit lösen und uns etwas mehr Dunkelheit im Garten verschaffen.
Tja, und seitdem warte ich darauf, dass der Holunder endlich mal das tut, was ihm alle bescheinigen: zu wuchern! Er sieht sehr gesund aus, trägt jedes Jahr Blüten und Beeren und ist durchaus in die Breite gewachsen – aber die Höhe lässt noch immer auf sich warten! Ich gestehe, das frustriert mich etwas! Ich könnte mittlerweile einen ökologisch super wichtigen, dichtgewachsenen 4-5 Meter hohen Strauch bei mir stehen haben, jedes Jahr massig Holunderblütensirup einkochen und hätte trotzdem noch genug Beeren für die Vögel dran – aber nein, er will nicht! Ich habe mich jedes Jahr getröstet mit „der muss erstmal anwachsen“, „erstmal wachsen die Wurzeln“, „nächstes Jahr legt er bestimmt zu“ – aber mich verlässt die Hoffnung und ich überlege nun, einen zweiten Holunder daneben zu pflanzen. Rausnehmen möchte ich ihn auch nicht, er ist ja gesund…
So sieht er aktuell aus, etwa 4 Jahre nach Pflanzung, geschätzte Höhe 150 - 160 cm:
Vielleicht ist das Problem auch hausgemacht – ich habe den Holunder anfangs beschnitten – für einen verzweigteren Wuchs / Erziehungsschnitt / macht man halt so… würde ich jetzt auch nicht mehr machen.
Nun gut, etwas Gutes hatte der Plan aber dennoch: es entstand zwischen Holunder, Thujahecke der Nachbarn und unserer Kirschlorbeerhecke eine ungenutze Ecke und ich begann, dort einen Asthaufen anzulegen. Mein nächstes Naturmodul war geboren und wurde in den folgenden Jahren stetig gefüttert! So sieht die Ecke jetzt aus, rundum bewachsen mit Walderdbeeren.
