Wasserstandsanzeige kling aktuell irgendwie unpassend, wo nichts ist, kann man auch nichts anzeigen. Daher nenne ich das hier erneut eine Dürremeldung aus dem Hortus Grevenstein:
Hier kehren inzwischen deutliche Herbstzeichen ein, vieles lässt sein Blattwerk fallen und meine Pufferzone wird Tag für Tag lichter. Bäume und Sträucher lassen ihre Blätter hängen, sie rollen sich ein, verwelken, verfärben sich und fallen ab. Das zeigt sich mittlerweile bei vielen, bei einigen sogar schon so großflächig, dass ich den vollen Durchblick habe. Die schützende Pufferzone schwindet und gibt den Blick auf Straßen und Wege frei, den man sonst so nur in der kalten Jahreszeit hat. Bei den Blütenpflanzen/Stauden sieht es nicht viel anders aus, auch sie leiden sichtlich.
Es ist ein bisschen früh für den Herbst, da liegt die Vermutung nahe, dass es an der Kombination aus Hitze und dem seit langem nicht mehr nennenswert aufgetretenem Niederschlag liegt.

Selbst die in anderen Regionen Deutschlands in den letzten 6 Wochen hier und da eingetroffenen Gewitter sind an Grebenstein vollständig vorbeigezogen, es gab nur ganz vereinzelt mal ein paar Tröpfchen, nichts was in den Regentonnen ankommt oder über eine Oberflächenbenetzung hinausgeht und alles sofort wieder weggetrocknet, man könnte sagen verdampft.
Allem zum Trotz und auch wenn es mir schwerfällt, wässere ich im Freiland nicht, es macht einfach keinen Sinn. Gegossen werden alle zwei bis drei Tage die Töpfe, ein bis höchstens zweimal die Woche das Gemüse in den Hochbeeten und natürlich fülle ich die Insektentränken auf. Die Regentonnen sind schon sehr lange leer, daher muss ich für all das leider Leitungswasser verwenden.
Im Freiland wässere ich nicht, weil dies nicht nur ein Hitzesommer ist, sondern lediglich der Anfang! Es werden noch viele und schlimmere folgen, wo soll man da mit dem Wässern im Freiland anfangen und wo aufhören? Die Pflanzen müssen damit zurechtkommen, wer es dieses Jahr nicht schafft, wäre sonst spätestens in naher Zukunft sowieso fällig.
Das Welken und Fallenlassen von Blättern an sich ist eine natürliche Schutzfunktion und bedeutet zum Glück nicht gleich den Exitus für die betroffene Pflanze. Zumindest, solange es nicht zu häufig auftritt und zeitig ein Ende nimmt.
Ich bin gespannt, was von den Pflanzen im Hortus nächstes Jahr wiederkommt und wo Lücken entstehen, weil die aktuellen klimatischen Bedingungen in diesem Jahr zu viel waren. Dann versuche ich der Versuchung zu widerstehen und werde die Lücken nicht von Hand füllen. Ich habe mittlerweile eine riesige Samenbank einheimischer Wildpflanzen im Hortus und was sich natürlicherweise in die Lücken sät und dort entspannt groß wird, ist in der Regel auch widerstandsfähiger gegenüber äußeren Bedingungen.
Was gibt es sonst noch zu berichten, ein paar weitere Hortus-Beobachtungen der letzten Zeit:
- Die Hirschkäfer, ich hatte schon Mitte Juli berichtet, haben sich etabliert, sie konnte ich dieses Jahr erneut und reichlicher beobachten. Dazu gesellen sich auch immer mal wieder Nashornkäfer. Mega, gleich zwei besonders geschützte Rote Liste Arten, die bei mir zuverlässig ihren Nachwuchs ansiedeln.

- Wie schon im Vorjahr habe ich wieder mehrfach Eidechsen gesichtet.

- Den Schwalben geht es prächtig, sie ziehen bereits die zweite diesjährige Generation groß.

- Die Insekten brummen, flattern und summen weiter vor sich hin, ihnen scheint die Hitze und Trockenheit bisher nur bedingt etwas auszumachen.
- Die Wühlmäuse sind seit Monaten ruhig, entweder ist es ihnen auch zu heiß oder sie haben einen Gegenspieler, vielleicht ein Mauswiesel, wer weiß...
